Sonntag, 14. Mai 2005
HELLFUELED
HELLFUELED eröffenten den nächsten Festivaltag im Amphitheater pünktlich um High-Noon und legten gleich mächtig los. Leider hatten die Jungs mit schlechtem Sound zu kämpfen, was der guten Stimmung unter den (leider noch nicht so zahlreich) Anwesenden aber keinen Abbruch tat. Kracher wie "Midnight Lady", "Let Me Out" oder "Mindbreaker" sorgten trotzdem für Bewegung vor der Bühne. Auch der neue Song "Born to Rock", der übrigens noch OZZY-lastiger klingt als das Material von "Volume One" erfreute sich großer Beliebtheit bei den Fans.
Im Anschluss bekam die Band die RockHard-Trophäe für den Titel "Newcomer des Jahres" überreicht.
THRESHOLD
Mit THRESHOLD war eine Band an der Reihe, die bereits vor zwei Jahren im Amphitheater Gelsenkirchen auftreten sollte, doch durch einen plötzlichen Regenguss leider nur auf ein knapp 20-minütiges Set gekommen war. Musikalisch gab es bei THRESHOLD nichts zu bemängeln, auch wenn die Band sich eine längere Pause gegönnt hatte. Sänger Mac, der nicht einmal für fünf Sekunden still stand, präsentierte bei den Ansagen außerdem seine Deutschkenntnisse, die er in den während seiner Zeit bei den Hannoveranern SARGANT FURY erworben hatte. Songtechnisch beschränkte man sich auf die letzten drei Alben und bot auch ohne älteres Material einen großartigen Auftritt, bei dem THRESHOLD wieder einmal unter Beweis stellen konnten, dass sie eine phantastische Live-Band sind.
UNLEASHED
Danach war es Zeit für die Wikinger UNLEASHED, die nach ihrer fünfjährigen Pause mittlerweile schon seit zwei Jahren wieder unermüdlich unterwegs sind. Die Band lieferte ein erwartungsgemäßes Best Of-Programm ab, das wieder einmal mit atemberaubender Perfektion gespielt wurde. Neben "To Asgaard We Fly", "Winterland", "I Don´t Want to be Born", "Death Metal Victory" oder "Shadows in the Deep" konnte man auch mit den Zugaben "Never Ending Hate" und "Into Glory Ride" mächtig punkten. Auch wenn es nicht mehr als ein Standard-Gig der Schweden war, konnte man musikalisch und auch stimmungsmäßig auf der ganzen Linie überzeugen.
PRETTY MAIDS
Ähnlich wie am Tag zuvor bei SONATA ARCTICA litten auch die PRETTY MAIDS darunter, dass es viele Festivalbesucher zum geöffneten Autogrammstand als in den Innenraum des Amphitheaters zog. Erstaunlich wenige Fans waren vor der Bühne angetreten, als die PRETTY MAIDS mit "Sin Decade" und einigen kleineren Soundproblemen ihren Gig begannen. Die Dänen boten ein abwechslungsreiches Programm quer durch den Backkatalog, spielten dabei sogar mit "Virtual Brutality" einen Song des "Planet Panic"-Albums und konnten dabei mächtig gute Stimmung im Rund des Amphitheaters verbreiten. Der durch HAMMERFALL aufgefrischte Klassiker "Back to Back" ließ ebenfalls die Laune nochmal ordentlich steigen, bevor die Band sich mit den beiden Zugaben "Future World" und "Red, Hot & Heavy" für heute von ihren Fans verabschiedete.
OVERKILL
Musikalisch präsentierten sich OVERKILL sehr souverän und das Jungs schien an diesem Abend ganz besonders motiviert zu sein, schließlich feiert die "Wrecking-Crew" ihr 20-jähriges Bestehen und konnte für das letzte Album "ReliXIV" gute Kritiken einheimsen. Sänger Bobby "Blitz" Ellsworth machte eine gute Figur, lieferte eine beeindruckende Leistung ab und besonders der neue Drummer Ron Lipnicki (HADES), der ja erst nach dem Release des Silberlings zur Band gestoßen war, spielte die Stücke mit einer deratigen Präzision, als wäre er von Anfang an bei OVERKILL an Bord gewesen.
Auch die Setlist konnte auf der ganzen Linie überzeugen: der Hammer "Rotten To The Core" erntete einen überirdischen Applaus, "Hello From the Gutter" und "Thanx For Nothing" brachten die Menge zum Kochen und auch ungewöhnliche Songs wie "Necroshine" sowie das live wesentlich überzeugende neue Stück "Oldschool" sorgten für positive Überraschungen! OVERKILL konnten mit diesem Auftritt wieder einmal klarstellen, wer in der internationalen Thrash-Liga ganz oben mitspielt!
SENTENCED
Mit Spannung wurde der (vor)letzte, auf deutschem Boden stattfindenden Auftritt von SENTENCED erwartet, besonders weil viele neue Songs, die den Zuschauern noch weitestgehend unbekannt waren, auf der Setlist stehen sollten. Und so geizte die Band wahrlich nicht mit neuem Material, die Musiker präsentierten neben dem Opener, "May Today Become the Day", "Despair-Ridden Hearts" und "Dead Leaves" gleich vier Stücke ihres "The Funeral Album"s, die im Amphitheaters auf der ganzen Linie überzeugen konnten. Ansonsten regierten natürlich die üblichen Highlights einer SENTENCED-Show, die man hier gar nicht alle aufzuzählen braucht. Mann muss den Finnen einfach einen großartigen und rundum gelungenen Auftritt ohne Schwächen bescheinigen. SENTENCED lieferten eine Abschiedsshow ab, die mehr als nur begeistern konnte und waren gleichzeitig ein würdiger Co-Headliner für dieses ROCK HARD FESTIVAL. R.I.P. SENTENCED.
ACCEPT
Götz und Co. hatten es tatsächlich geschafft und die deutschen 80er-Metalgötter ACCEPT zu einer Reunion-Show zusammengetrommelt. Und es sollte niemand enttäuscht werden: ACCEPT präsentierten sich den zahlreichen, neugierigen Fans in bester Verfassung, hatten mächtig Spaß auf der Bühne und eine aufwändigen Pyro- und Light-Show aufgefahren.
Besonders gespannt waren alle Anwesenden natürlich auf die Setlist dieses denkwürdigen Abends: ACCEPT spielten fast das gesamte "Balls to the Wall"-Album mit den Klassikern "London Leatherboys", "Head Over Heels", "Love Child", "Winter Dreams" und "Turn Me On" und zelebrierten so ganz nebenbei noch "Neon Nights", "TV War" oder "Monsterman". Insgesamt drei Zugaben und das abschließende "Balls to the Wall" beendeten ein alles in allem wieder einmal hervorragend organisierte ROCK HARD FESTIVAL. ACCEPT waren ein Headliner, wie er besser nicht hätte sein können
OUTRO
Unser Dank geht an das gesamte ROCK HARD-Team (Manni, Götz und alle anderen natürlich auch...) für das tolle Festival und die Organisation, Alex (Security) und die Hotel-Mannschaft.
